Graz Museum Schlossberg

Ein neues Museum für alle

Im Graz Museum Schlossberg genießen die Besucher*innen die schönste und weiteste Aussicht auf die Stadt Graz. Auf einem interaktiven Bildschirm in der Kanonenhalle kann dabei nicht nur das Rad der Zeit zurückgedreht, sondern auch in historische Stadtbilder eingetaucht werden.
In der Ausstellung wird alles über die bewegte Geschichte des Schlossberges erzählt. Dort werden die Schlossberg-Monumente mit faszinierenden Exponaten in ihren historischen Zusammenhängen dargestellt. Im unterirdisch gelegenen Gewölbe der Kasematte gibt ein multimediales Schlossbergmodell Einblicke in das Innere des Berges mit seinem kilometerlangen Stollensystem. Aber kommen und verweilen Sie zunächst im Wundergarten, wo Grazer Fabelwesen wie Panther, Hund, Elefant und Löwe wohnen und Kinder zum Spielen eingeladen werden.

Das Graz Museum Schlossberg ist die erste Anlaufstelle sowie Informationszentrum, das durch seinen offenen und niederschwelligen Gestus zum Ankommen einlädt. Alle Bereiche werden getragen von der Besonderheit des historischen Ortes, an dem sich das Museum befindet, und überführen das Areal zugleich in die Gegenwart. Auf ein flanierendes Publikum ausgerichtet, nimmt das Graz Museum Schlossberg eine öffnenden, einladende und inkludierende Haltung ein, die sich auch in der architektonischen Gestaltung ausdrückt.
Alle Bereiche des Graz Museum Schlossberg sind barrierefrei erschlossen. Darüber hinaus gibt es spezielle Angebote für Blinde und sehbehinderte Menschen wie ein taktiles Panorama des Graz-Blicks in tastbarer Form.

Öffnungszeiten

Täglich 11-16 Uhr
Freier Eintritt in den Wundergarten: 2 Stunden vor Öffnung und nach Schließung des Museums.

Otto Hochreiter, Sibylle, Dienesch und Martina zerovnik stehen mit einem Juror auf der Büühne und lachen. Dienesch hält eine Urkunde in der Hand.
Otto Hochreiter, Sibylle Dienesch, Martina Zerovnik, EMYA 2023, David del Val

European Museum of the Year Award 2023 – Special Commendation

Das Graz Museum Schlossberg wurde am 6. Mai 2023 vom European Museum Forum im Rahmen der Verleihung des European Museum of the Year Award 2023 (EMYA) als Special Commendation ausgezeichnet. Die Auszeichnung als Special Commendation würdigt Museen, die einen neuen und innovativen Ansatz entwickelt haben und damit als Best-Practice-Beispiel für anderen Museen gelten. Dies gilt im Besonderen für den inklusiven Schwerpunkt des Graz Museums Schlossberg, der sich sowohl in der Architektur und Gestaltung sowie in der Aufbereitung von Inhalten und in der Vermittlung widerspiegelt.

Eine junge Frau betrachtet im Geshcichts-Parcours einen alten Altar, der einst in der Thomaskapelle stand. Sie trägt Kopfhörer.

Audioguide

Entdecken Sie den neuen Audioguide des Graz Museums Schlossberg, der in den Varianten Deutsch und Englisch sowie in Leichter Sprache und mit Audiodeskriptionen für Blinde und sehbehinderte Menschen zur Verfügung steht. Sie können den Audioguide vor Ort mit einem Leihgerät oder mit ihrem eigenen Smartphone nutzen, aber auch online auf einer barrierefreien Website abrufen.

Im Innenhof des Graz Museums Schlossberg sitzen vier Personen unter Bäumen auf Sesseln, im Hintergrund sind zwei Personen zu sehen, die im Hof herumgehen.

Der „Wundergarten“, dominiert von schattenspendenden Hainbuchen, ist der Ort des Ankommens im Graz Museum Schlossberg. Kinder können auf Entdeckungsreise gehen und die Geschichten der Fabelwesen erkunden, die am Schlossberg beheimatet sind. Hinter den mythischen Figuren des Wappen-Panthers, des Steinernen Hundes, des Elefanten und des Löwen verbergen sich Wünsche, Ängste und Fantasien ihrer jeweiligen Entstehungszeit: männlicher Machtanspruch, ungarische Vormachtstellung, osmanische Bedrohung und stolze Schlossbergverteidigung.

Vier Personen stehen auf der Aussichtsplattform der Kanonenhalle.
Foto: Sebastian Reiser

Graz-Blick

Die schönste und weiteste Aussicht auf Graz und seine Umgebung bietet die Kanonenhalle der Stall- oder Kanonenbastei. Zusätzlich kann im Graz Museum Schlossberg die Stadt quasi als Stadtmodell historisch interpretiert werden: Auf einem großen interaktiven Bildschirm wird das Rad der Zeit von Schlüsseljahr zu Schlüsseljahr zurückgedreht, und man taucht in das jeweilige historische Stadtbild ein. Im „Graz-Blick“ lassen sich die Veränderungen des Stadtbilds über die Jahrhunderte im Schnelldurchlauf nachvollziehen.

Eine junge Frau sitzt auf einem Hocker an einem Tisch mit Exponaten und betrachtet ein Gemälde im Geschhits-Parcours. Sie hält einen Lautsprecher an ihr rechtes Ohr.
Foto: Sebastian Reiser

Geschichts-Parcours

Wichtige Schlossberg-Bauten und Denkmäler, an denen man vielleicht gerade vorbeispaziert ist, kehren im Graz Museum Schlossberg wieder. Im „Geschichts-Parcours“ im ehemaligen Kanonierhaus flanieren die Besucher*innen an zwei Dutzend solcher Déjà-vu-Erlebnisse vorbei. Dort werden die Schlossberg-Monumente mit faszinierenden Exponaten in ihren historischen Zusammenhängen dargestellt. Der Parcours führt vom Herrschersitz und Bollwerk der Vergangenheit über Napoleons Belagerung bis zum Landschaftsgarten und Natur- und Freizeiterlebnis von heute.

Ein kleiner Junge betrachtet das Schlossbermodell in der Kasematte, das das beleuchtete Stollensystem im inneren des Berges zeigt.
Foto: Sebastian Reiser

Schlossberg-Story

Die Kasematte unter der Stall- oder Kanonenbastei – ein gigantischer Raum, geschützt durch meterdicke Mauern – ist im Graz Museum Schlossberg durch den Einbau eines Liftes erstmals barrierefrei zugänglich. Dort, im Inneren des Bollwerks, veranschaulicht die audiovisuelle „Schlossberg-Story“ rund um ein spektakuläres transparentes Schlossbergmodell die Geschichte des Berges. Die multimediale Show gibt auch Einblick in das Innere des Berges mit dem Türkenbrunnen und dem über sechs Kilometer langen Stollensystem.

Architektur und Design des Graz Museums Schlossberg

Der Entwurf des Architekturbüros studio WG3 besticht durch seine einladende Grundhaltung und entwickelt im neuen Graz Museum Schlossberg eine stimmungsvolle Aufenthaltsqualität. Der Foyerbereich – teils unter Dach, teils unter Bäumen – öffnet den historischen Hof der Stall- oder Kanonenbastei in Richtung des vorbeiflanierenden Publikums: Die ringförmige Pflasterung und die Bepflanzung überwinden mit ihrem modernen Architektur-Layer die historische Barriere zum ehemaligen Militärareal.
Die Architekturkonzeption von studio WG3 bezieht sich zwar auf die alte Festungssituation und die Verteidigungsgemeinschaft des 16. bis 19. Jahrhunderts, schafft jedoch einen neuen, offenen Rahmen für die heutige Gemeinschaft der Erholungsuchenden, die auf den Schlossberg kommen. Ergänzend dazu unterstreicht das zeitgenössische Ausstellungs- und Grafikdesign von BUERO41A, dass die vergangenen Jahrhunderte der Schlossberggeschichte ausschließlich aus heutiger europäischer Perspektive dargestellt werden.

Das Graz Museum Schlossberg wurde 2021 mit dem Architekturpreis des Landes Steiermark ausgezeichnet.

Hier kann man Graz ganz neu entdecken

Das inklusive Redaktionsteam der Lebenshilfe hat das Graz Museum Schlossberg besucht, um zu schauen, wie es um die Barrierefreiheit bestellt ist.

Die Sonne lacht vom Himmel und es ist zum ersten Mal sommerlich warm. Da kann einem beim kurzen Aufstieg vom Lift zum Graz Museum Schlossberg schon warm werden. Doch wir haben es so gewollt. Uns wurde vom Museum ein Shuttlebus angeboten. Wir – das sind Alex Mseddi, Denise Rabitsch, Pascal Resetarits, Katja Riehle und Nima Valinezhad sowie deren Arbeitsbegleiter Katharina Pillmayr und Pascal Striedner – wollten aber lieber Bewegung machen… Und der Ausblick über die Stadt Graz lässt die Anstrengung schnell vergessen werden.

Unter wunderschönen, Schatten spendenden Bäumen stellt sich unser Guide vor. Dass Christoph Schaffer als Historiker ein Faible fürs Geschichtenerzählen hat, wird schnell klar. Und er kann es richtig gut. Die eineinhalbstündige Führung ist interessant, unterhaltsam und detailreich. Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Dieser Vormittag verspricht eine schöne Abwechslung zum Redaktionsalltag zu werden. Wenngleich wir natürlich auch an diesem Tag Nachrichten der Kleinen Zeitung in eine einfach verständliche Version gebracht haben.

Wie uns ist auch den Betreibern des Graz Museum Schlossberg ein barrierefreier Zugang für alle wichtig. Deshalb hat man uns eingeladen und gebeten, die Barrierefreiheit des Museums ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Die Ausstellung ist in einem kleineren Rahmen gehalten, was sie übersichtlich macht. Sie ist interaktiv und wir konnten einiges ausprobieren. Durch die Tafeln an den Türen können sich Besucher*innen gut orientieren. Auch für genügend Sitzgelegenheiten wurde gesorgt. Die Gänge sind breit genug, um mit einem Rollstuhl oder Rollator manövrieren zu können. Zudem empfinden wir, dass die Objekte in einer für alle Besucher*innen gut sichtbaren Höhe angebracht sind.

Die Historik der Ausstellungsstücke ist auf Tafeln zu lesen, auch in Brailleschrift. Zusätzliche Tafeln mit Kurzinformationen in einfacher Sprache mit größerer Schrift würden es ganz perfekt machen.
Über den Audioguide konnten wir mehr über die Geschichte des Schlossbergs in einfacher Sprache erfahren. Nach einer kurzen Erklärung ist er leicht zu bedienen. Die Erzählstimme ist sehr angenehm, spricht langsam und ruhig.

Besonders faszinierend war die Präsentation in den Kasematten (freilich zugänglich über Stiege und Lift), die die Geschichte des Schlossbergs in Bildern nacherzählte. Es gab Untertitel auf Deutsch und Englisch, die auf die Wand projiziert wurden. Dass man aufgrund der unebenen Mauer nicht jedes Wort lesen konnte, wurde zu einer Nebensache, da die Illustration beeindruckte.

Ein Highlight war der Livestream im Freien. Beim Schwenken des Bildschirms über die Grazer Skyline werden die markantesten Punkte angezeigt. Und damit nicht genug – kann man doch auch per Fingertipp auf den schwenkbaren Bildschirm eine Fotoreise durch die Jahrhunderte in Graz machen. Eine tolle Sache – auch und besonders für alle Grazer*innen und solche, die es noch werden wollen.
Für uns jedenfalls steht fest: Wir haben Graz ganz neu entdeckt und können das Graz Museum Schlossberg nur jedem empfehlen!

Inklusive Redaktion
Das inklusive Redaktionsteam der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH bringt täglich bis zu zehn Nachrichten der Kleinen Zeitung in eine einfach verständliche Zweitversion. Abrufbar sind diese unter www.kleinezeitung.at/inklusiv. Zudem verfasst das Team einen Wochenrückblick in einfacher Sprache, der immer freitags um 18.30 Uhr auf Radio Steiermark gesendet wird.

Idee: Otto Hochreiter
Kurator*innen: Otto Hochreiter, Ingrid Holzschuh, Martina Zerovnik
Wissenschaftliche Begleitung: Zsuzsa Barbarics-Hermanik, Marlies Raffler, Romedio Schmitz-Esser, Barbara Stelzl-Marx, Georg Tiefengraber
Projektleitung: Sibylle Dienesch
Projektleitung GBG: Wolfgang Frischenschlager
Kuratorische Assistenz: Johanna Fiedler
Architektur & Interior Design: studio WG3
Landschaftsarchitektur: studio Boden
Ausstellungsgestaltung & Grafik: BUERO41A
Corporate Design: EN GARDE

Oktober 2013: Beauftragung des Graz Museums durch Stadtrat Gerhard Rüsch zur Erarbeitung einer Konzeptidee für ein neues Schlossberg-Museum

September 2017: Grazer Bürgerin hinterlässt der Stadt 1 Mio. Euro für den Schlossberg

Anfang 2018: Grundsatzentscheidung des Stadtrates Günter Riegler zur Realisierung des Schlossberg-Museums

Mai bis September 2018: Projektkontrolle durch den Stadtrechnungshof

20. September 2018: Gemeinderatsbeschluss zur Realisierung des Schlossberg-Museums

4. Oktober 2018: Auslobung des Realisierungswettbewerbs zur Suche von Architektur- und Gestaltungspartner*innen

5. Dezember 2018: Preisgericht, Sieger: studio WG3, Graz

Jänner 2019: Abstimmung ASVK und BDA

Jänner bis Juli 2019: Vorbereitung und Ausschreibung der Baumaßnahmen

Ende Juli 2019: Baubeginn

12. und 13. September 2020: Eröffnung